PXX ist eine statistische Bezeichnung, die in der Solarbranche verwendet wird, um die Wahrscheinlichkeit auszudrücken, dass ein Solarsystem in einem bestimmten Jahr eine bestimmte Energieerzeugung erreicht oder übertrifft. Zum Beispiel bedeutet P50, dass eine 50%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass das System diese Produktionsmenge erreicht oder übersteigt – effektiv der mediane erwartete Ertrag. P90 bedeutet, dass mit 90%iger Wahrscheinlichkeit das System diesen Wert erreicht oder übertrifft, was eine konservativere Schätzung darstellt, die häufig bei der finanziellen Prüfung verwendet wird.
Das Verständnis, welchen PXX-Wert Aurora verwendet, hilft Ihnen, Simulationsergebnisse korrekt zu interpretieren und Ihre Angebote mit der Bewertung von Solarprojekten durch Kreditgeber und Investoren in Einklang zu bringen.
In diesem Artikel behandeln wir:
- Wichtige Begriffe
- Welchen PXX-Wert verwendet Aurora für die Solarenergieproduktion?
- Wetterdatensätze und P50
- P90 bei Batterierückhaltedauern
Wichtige Begriffe
- P50: Der median erwartete jährliche Energieertrag. In jedem beliebigen Jahr hat das System die gleiche Chance, über oder unter diesem Wert zu produzieren. Die Energieproduktionseinschätzungen von Aurora basieren auf P50-Werten.
- P90: Eine konservative Schätzung, die das System in 90 % der Jahre erreicht oder übertrifft. P90-Werte liegen typischerweise 5–15 % unter P50, abhängig von der Wettervariabilität am Standort. Aurora gibt für die Solarenergieproduktion standardmäßig keinen P90-Wert aus, verwendet P90 jedoch bei Berechnungen der Batterierückhaltedauer (siehe Backup Duration – Calculations).
- Typical Meteorological Year (TMY): Ein Datensatz, der die durchschnittlichen Wetterbedingungen an einem Standort über einen mehrjährigen Zeitraum darstellt. Aurora verwendet TMY-basierte Wetterdatensätze (wie NREL PSM3, TMY3, CWEC, Solcast und IWEC2) als Grundlage für seine Simulationen. Da TMY-Daten durchschnittliche Bedingungen widerspiegeln, ist das Ergebnis von Aurora eine P50-Schätzung.
Welchen PXX-Wert verwendet Aurora für die Solarenergieproduktion?
Die Schätzungen der Solarenergieproduktion von Aurora basieren auf P50-Werten. Dies liegt daran, dass Aurora die Systemleistung anhand von Typical Meteorological Year (TMY) Wetterdatensätzen simuliert, die die durchschnittlichen historischen Wetterbedingungen an einem Standort abbilden. Eine Simulation mit durchschnittlichen Wetterbedingungen liefert per Definition eine mediane erwartete Produktion – also einen P50-Wert.
In der Praxis bedeutet dies:
- Die in Aurora angezeigte Jahresproduktionszahl stellt dar, was das System in einem typischen Jahr voraussichtlich erzeugt.
- Die tatsächliche Produktion kann in einem beliebigen Jahr aufgrund realer Wettervariabilität höher oder niedriger ausfallen.
- Wenn ein Kreditgeber oder Investor einen P90-Wert anfordert, müssen Sie einen externen P50-zu-P90-Anpassungsfaktor anwenden, der üblicherweise aus einer unabhängigen Energieanalyse oder von Ihrem Wetterdatenanbieter stammt.
Wetterdatensätze und P50
Der von Ihnen in Aurora ausgewählte Wetterdatensatz beeinflusst die Genauigkeit Ihrer P50-Schätzung, ändert jedoch nicht die Art der Schätzung – alle von Aurora unterstützten Datensätze basieren auf TMY und liefern daher P50-Ergebnisse.
Aurora unterstützt die folgenden Wetterdatensätze, die im Design-Modus unter Simulationseinstellungen ausgewählt werden können:
- NREL PSM3 und TMY3 (Vereinigte Staaten)
- Solcast und IWEC2 (International)
- CWEC (Kanada)
- RMY (Australien)
Für Hinweise zur Auswahl oder Änderung Ihres Standard-Wetterdatensatzes siehe Aurora Simulation Engine und How to define weather dataset default settings in new Aurora.
P90 bei Batterierückhaltedauer
Aurora verwendet P90 in einem speziellen Kontext: der Batterierückhaltedauer. Wenn Aurora berechnet, wie lange eine Batterie ein Haus während eines Netzausfalls versorgt, führt es Simulationen für jeden Tag des Jahres durch und berichtet das P90-Ergebnis – das bedeutet, die Batterie hält in 90 % der Szenarien mindestens so lange. Dies ist getrennt von den Schätzungen der Solarenergieproduktion und wird in Backup Duration – Calculations dokumentiert.
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